Neue Self-Services für Business User?

Im Rahmen des SOA Expertenrats der Computerwoche hat Rolf Schumann einen Artikel über Mashups veröffentlicht.

Ich gehe eigentlich nicht davon aus, dass sich in nennenswerter Weise Mashups in näherer Zeit etablieren werden. Die Idee hinter einem Mashup ist, Daten aus unterschiedlichen Quellen zu rekombinieren, um darüber Mehrwert zu erzeugen.
Dazu bedarf es aber einiger Voraussetzungen:

  • Die Daten müssen vorhanden und entsprechend zugreifbar sein
  • Die Verknüpfung sollte einfach und schnell erfolgen

Das Vorhandensein von Daten ist dabei in den wenigsten Fällen ein Problem, aber allein das hoch-integrative Beispiel von Kartenmaterial zeigt auf, dass es um die Datenverknüpfung von internen wie externen Daten geht. Aus Datenschutzgründen ist es für Unternehmen sicherlich schwierig zu akzeptieren, dass Daten von außen den Daten “im Inneren” beigemischt werden. Der Mehrwert von Mashups kann schließlich in den wenigsten Fällen komplett im Unternehmen selber geleistet werden.

Vielmehr ist der Datenbestand im Unternehmen der Ausgangspunkt für ein Mashup. Darauf aufbauend können anschließend Daten “von extern” dazugezogen werden, um diese Informationen zu visualisieren oder wie-auch-immer anzureichern. Zumal die meisten Datentöpfe für diese Art der Verwendung auch nicht vorbereitet sind.

Neben diesen Problemen sind auch Aspekte des Zugriffs noch ungeklärt. Zugriffsschutz auf interne Daten muss auch bei Verwendung von Mashups erhalten bleiben. Dazu gibt es AFAIK in der “Szene” noch keine Antworten.

Die einfache Bereitstellung ist sicherlich auch noch ein riesiges Problem. Yahoo hat gezeigt, wie es “vereinfacht” gehen kann, aber ob dies das Ende der Fahnenstange ist, darf bezweifelt werden. Auch Google arbeitet in diesem Gebiet mit, auch hier dürften Innovationen noch zu erwarten sein. Das Credo muss auch hier sein, dass das Mashup

  • einfach und
  • für den Fachbereich verständlich

erstellt werden kann. Nur dann ist die Akzeptanz da, diese neue Möglichkeit aufzugreifen und Lösungen “mal eben so” zu erstellen und zu nutzen.

Aber auch wie Wiki’s oder Weblogs nach einer ganzen Weile Einzug ins Unternehmen halten, wird auch das Mashup seinen Platz in der Unternehmenswelt finden - und sei es nur als leichtgewichtige Möglichkeit, die Unzulänglichkeiten der im Einsatz befindlichen Applikationen “einfach” zu überspielen, indem dynamische Datenverknüpfungen  “on demand” geschaffen werden, um Fragen zu beantworten.

Nicht umsonst ist die statische Verknüpfung von an sich dynamischem Inhalt der große Vorteil. Diesen für die Geschäftswelt sichtbar zu machen und durch die IT in geordneten Bahnen umzusetzen ist sicherlich eine Herausforderung, die kommen wird. Nur wann - wie immer schwer abzusehen :)

Leave a Reply