Archive for März, 2008

konsequente Pragmatik - pragmatisches Vorgehen aber konsequente Umsetzung

Dienstag, März 11th, 2008

In der Software-Entwicklung kommt es immer wieder zur Anschuldigung, die verwendeten Prozesse wären schwergewichtigt und zäh - eine Anschuldigung die zum guten Teil richtig ist.Viele Teams verkomplizieren sich die Arbeit massiv, indem Dokumentationen erstellt werden, Meetings anberaumt werden, Entscheidungsträger definiert werden - nur “geschafft” wird wenig.

Um aus dieser Falle zu gelangen, kann Pragmatik helfen. Die schlichte Fragestellung: “Wie kann ich mein Problem am einfachsten lösen?” verhilft hierbei zur Lösung. Es geht bei einfach pragmatischem Vorgehen nicht darum, möglichst elegante Lösungsszenarien zu entwerfen oder komplexe Patterns anzuwenden - sondern einfach nur das Problem zu lösen.

Ein pragmatisches Vorgehen ist gerade im Projektgeschäft außerordentlich hilfreich, da es zumeist positiv von den Kunden aufgenommen wird, wenn man sich nicht verkünstelt, sondern schlicht das Problem auf den Punkt bringt und dazu eine Lösung anbietet.

Andererseits ist pragmatisches Vorgehen aber auch eine Gefahr! Durch die “Möglichkeit”, Änderungen schnell umzusetzen und evtl. die erste (aber nicht unbedingt beste Lösung) zu verwenden, können schnell Kurzschlußhandlungen entstehen, die einem im späteren Projektverlauf massiv das Leben schwer machen oder aber wieder Änderungen nach sich ziehen.

Den Spagat zwischen Pragmatik einerseits und der Vermeidung von Schnellschüssen andererseits stellt die “konsequente Umsetzung” dar.

Was ist darunter zu verstehen?

Ganz einfach - tritt ein Problem auf, wird pragmatisch analysiert, wie das Problem gelöst werden kann. Die gefundene Lösung wird dann aber konsequent auf ihre Tragfähigkeit analysiert. Dabei müssen alle relevanten Aspekte mit einbezogen werden (funktional wie auch nicht-funktional). Nur durch eine solche Vorgehensweise kann sichergestellt werden, dass die bestehenden Probleme einerseits gelöst werden, andererseits aber eine “Zukunftssicherung” mit einfließt.

Auf Prozessthemen angewendet bedeutet dies, dass im Rahmen einer pragmatischen Lösungsfindung die Entscheidung getroffen werden kann, eine zusätzliche Entscheidungsinstanz einzuführen. Konsequenterweise bedeutet dies aber auch Zeitaufwand, der mit eingeplant werden muss. Dabei bedeutet Planung in diesem Fall auch, dass es nicht nur eine Kostenstelle gibt, sondern im Zeitplan tatsächlich eingetragen werden muss.

Diese Konsequenz in der Umsetzung ist gerade zu Anfang, oder aber in eingeschliffenen Teams, außerordentlich schwierig. Da dort überwiegend gelebte Prozesse vorhanden sind, ist die Umsetzung natürlich ein Problem, da es hier um Veränderung bestehenden Verhaltens geht. Diese Veränderung kann nur durch stete Kontrolle und Erinnerung (nicht aber Ermahnung) einhergehen.

Insgesamt löst “konsequente Pragmatik” diverse Probleme, die vielen schwergewichtigen Prozessen zugeschrieben werden. Im Kern kommt es, wie immer, darauf an, dass kein Thema überbewertet wird, aber auch nicht vernachlässigt wird. Eine pragmatische Lösungsfindung, aber konsequente Umsetzung kann auch die Verwendung von schwergewichtigen Prozessen vereinfachen.

P.S.: Was ich natürlich nicht erwähnt habe, wenngleich es mindestens den gleichen Stellenwert hat, ist die Seite der “Betroffenen”. Diese sind verständlicherweise auch gehalten, Prozesse zu leben und dies wechselseitig zu forcieren - sprich genau das Verhalten auch von Kollegen einzufordern. Verwendet man keine konsequente wechselseitige “Ermahnung”, verwässern die Strukturen. Andererseits: Wenn Prozesse und damit möglicherweise einhergehende Verbesserungen nicht von allen Beteiligten gewollt werden, kann man sich natürlich wunderbar die Zähne daran ausbeißen, diese einzuführen/umzusetzen :)

eee PC und eBooks

Mittwoch, März 5th, 2008

Der Kleine ist ja nun schon eine Weile (prinzipiell) im Lande, wenngleich immer noch relativ schwer zu bekommen.

Dafür hab ich mit meinem Modell schon einen neuen Anwendungsfall gefunden (neben dem Schreiben von Weblog Artikeln) - das Lesen von PDFs. Die Auflösung von 800×480 ist absolut ausreichend um die meisten DIN A4 Seiten, zwar leicht verkleinert, aber immer noch lesbar darzustellen.
Zudem bekommt man im “Lesemodus” des Acrobat (oder alternativ auch Vollildmodus) genug von der Seite auf die 480 Bildpunkte Vertikale, um nicht permanent am Scrollen zu sein.

Damit habe ich eine mobile Weblog-Mschine und einen mobilen eBook Reader - was will man mehr? Da kann Amazon mit seinem Kindle doch glatt einpacken, wenngleich die speziellen Geräte natürlich ihre Vorteile haben.

Wenn ich mir den Iliad anschaue, dann ist die Größe natürlich hübsch und die Möglichkeiten, Notizen zu hinterlegen. Aber bei einem Preis von 700 EUR, bei dem ich dann auch nur eBooks lesen kann, ist es relativ fraglich wie gut das tatsächlich kommt. Schließlich kann ich mit dem eee daneben noch einiges mehr (z.B. JBoss AS und NetBeans betreiben, wenn ich mal kurz etwas durchprüfen möchte).
Das geht auf keinem Kindle :-))

In diesem Sinne: probiert es einfach aus - nach spätestens fünf Minuten hat man sich an das Format sehr gut gewöhnt und kommt ziemlich flott durch die Seiten durch!