So … am 03.07.2008 war es soweit: In den Filialen von Aldi Süd und Aldi Nord wurde das erste Netbook mit Intel Atom Prozesser verkauft: das Medion akoya mini.
Formfaktor entscheidet: eee oder akoya mini
Wie so viele andere auch, habe auch ich eines erstanden. Zwar bin ich Besitzer eines eee 701 der ersten Stunde (Markteinführung Deutschland am 26.01.2008), aber es mich dennoch gereizt. Warum habe ich dem eee abgeschworen? Für mich war und ist überwiegend der Formfaktor und das Einsatzgebiet ausschlaggebend. Der eee ist ein super Reisebegleiter, wenn es darum geht, Netbook-Funktionalität auf kleinstem Raum zu ermöglichen. Durch das kleine Display von nur 7″ konnte ein sehr kleines Gehäuse konstruiert werden, wodurch das Gerät in jede (Damen-)Handtasche passt.
Das Display: bigger is better
Durch das geringe Display ist aber leider auch so, dass längere Arbeiten schon etwas mühselig sind, da oftmals gescrolled werden muß. Wo wir bei den Einsatzgebieten ankommen. Ich verwende das Netbook (sei es eee oder akoya mini) für folgende Aufgaben:
- Surfen im Netz
- Schreiben von Einträgen für mein Weblog
- Schreiben von Konzepten (für den Beruf)
- kleinere Softwareentwicklungen mit eclipse oder NetBeans
An den Aufgaben ist schon sehr leicht zu erkennen, wo der Haken beim eee liegt. Der Display ist für längere Arbeiten einfach zu klein. Um Abends auf der Couch ein paar Webseiten zu besuchen oder eMails zu lesen, ist überhaupt kein Problem. Spätestens seit Firefox 3.0, der Webseiten als Ganzes verkleinern kann (inkl. Schriften, Layout und Bildern) kann man jede Seite für das 7″ Display “optimeren”. Allerdings ist damit einer Textverarbeitung nohc nicht geholfen :-/
Bei Dingen, die etwas mehr Auflösung benötigen, kann der akoya mini seine Vorteile ausspielen. Das 10″ Display bietet für den unterwegs-Faktor mehr als ausreichend Größe - auch Softwareentwicklungen sind mit fast keinen Einschränkungen machbar. Von daher sprich viel für das Gerät aus dem Hause Medion, der baugleich ist mit dem MSI Wind U100.
Drawbacks
Bei den guten Argumenten für den akoya mini - was spricht dagegen? Da wäre einerseits der Akku. Diesem kann man bedenkenlos ankreiden, das er zu klein dimensioniert ist. Der 3-Zellen-Akku hält (je nach Tätigkeit) um die zwei Stunden. Das ist eindeutig zu wenig für ein Netbook, bei dem Mobilität groß geschrieben werden sollte. Eigentlich war wohl angedacht, dem Kleinen den Großen zu spendieren, allerdings aufgrund gestiener Einkaufspreise für Akkuzellen hat das leider nicht funktioniert. Hier gibt es demnächst einen großen 6-Zellen-Akku der Laufzeiten von vier bis fünf Stunden ermöglich dürfte - man darf gespannt sein. Neben der größeren Akkuleistung muß dabei aber leider auch der größere Preis berücksichtigt werden: der Akku wird mit 99 EUR zu Buche schlagen (MEDIONshop). Man darf gespannt sein, was ggf. als Alternativen auf den Markt kommt, sobald auch der MSI Wind in freier Wildbahn gesichtet werden kann!
Fazit
Ein Netbook ist ein Kompromißgerät. Es ersetzt keinen Desktop-Arbeitsplatz und für viele Erledigungen unterwegs reicht einfach die vorhandene CPU-Leistung nicht aus. Das ist aber auch nicht das Ziel. Das Ziel eines Netbooks ist es, auf kleinem Raum Mobilität und Konnektivität bereit zu stellen. Das ganze verpackt in ein komfortabel zu bedienendes Gerät verpackt und schon wird ein Verkaufsschlager draus. Die Leistungsklasse hat auf jeden Fall das Zeug dazu, vor allem, wenn man etwas kreativ in den Anwendungen für solch ein Gerät ist.
Auch wenn das Ziel der Verkäufer eigentlich: “viel Internet” heißt, auch die Softwareentwicklung im Kleinen oder das erstellen von Dokumenten mit den gängigen Büroanwendungen ist kein Problem. Von daher eignen sich die Geräte der zweiten Generation sicherlich für alle mobilen Nomanden, die immer und überall in der Lage sein wollen, etwas zu tun.