Trennung von Support und Entwicklung 1
Sonntag, Juni 10th, 2007Eigentlich hätte ich den Beitrag mit einer anderen Überschrift versehen soll .. z.B. “Dienstleistung - Balanceakt zwischen den Welten”, das wäre aber etwas zu theatralisch und würde ganz sicher meinem Stil nicht entsprechen.
Also versuche ich es etwas bodenständiger.
Als Dienstleister im Software-Umfeld etntwickelt man einerseits Lösungen für Kundenprobleme, andererseits kommt man aber auch um Fragen der Wartung und der Fehlerbehandlung nicht herum. Unter Wartung kann man dabei Weiterentwicklungen verstehen, aber auch Vorgespräche dazu. Unter Fehlerbehandlung verstehe ich in diesem Falle aber nicht die techn. Fehlerbehandlung, sondern eher Anfragen, die sich auf Fehler beziehen, die durch den Betrieb nicht gelöst werden können.
Typischerweise liegt es nahe, diese Fehler an die Entwickler weiterzureichen, da diese die Komponenten entwickelt haben und für die Fehlerbehebung am Besten durchführen können.
Ist man in einem überschaubaren Projekt, oder handelt es sich um Anfragen, die zu dem jeweiligen Projekt gehören, ist dies in Ordnung bzw. verständlich.
In einem Umfeld, in dem man aber mehrere verschiedene Projekte abhandelt, ist dies auf Dauer nicht tragfähig, da die anstehenden Projekte um die Zeit der Fehlerbehebung verlängert werden, oder über Mehrarbeit abgehandelt werden, was nicht wünschenswert ist.
Wie kann dies nun praktikabel gelöst werden? Verwendet man für die Problemlösung einen SixSigma Ansatz, also einen analytisch geprägten Ansatz, so benötigt man eine Ausgangssituation. In diesem Falle kann man sagen, dass das Support-Team keinerlei Anfragen bearbeitet und das Entwickler-Team alle Anfragen beantwortet. Nun ist die Aufgabe, dieses Verhältnis zu verschieben. Für einen guten Schnitt soll dieses Verhältnis auf 50/50 angehoben werden.
Was ist das grundsätzliche Problem für ein Support-Team? - Es kommen über die Zeit Anfragen der verschiedensten Art, die bearbeitet werden sollen. Diese können sich entweder auf die implementierte Lösung direkt oder das Umfeld dieser Lösung beziehen, um das Problem erstmal zu vereinfachen. Später kann es verkompliziert werden, indem auch Anfragen eher fachlicher Natur bearbeitet werden sollen.
Nachdem die Aufgabe der Definition abgeschlossen ist und damit auch der finanzielle bzw. zeitliche Impact klar ist - die unzweifelhafte Zeitersparnis für die Entwickler und die höhere Produktivität des Support-Teams - geht es daran die Informationen zu sammeln, auf Basis deren weiter Entscheidungen und konkrete Handlungsmassnahmen abgeleitet werden können.
Nun kommt die Aufgabe der Messung. In dieser müssen Daten erhoben werden, die zielführend sind und valide Aussagen darüber zulassen, welcher Art die Anfragen sind. Dazu kann ein evtl. bereits bestehendes Trouble-Ticket-System verwendet werden. Dazu ist eine Kategorisierung der Tickets notwendig. Diese sollte mehrfach vorgenommen werden, um die unterschiedlichen Dimensionen des Fehlers zu erfassen. Sinnvolle Dimensionen sind:
- Art des Fehlers - Datenfehler, techn. Fehler, Bedienungsfehler, Mappingfehler, Programmierfehler
- Tiefe des Fehlers - simpel, einfach, mittel, schwer
- Umfang des Fehlers - Komponente, Datenstrecke, Randsysteme, Benutzer
- betroffene Systeme - EAI, Randsysteme, Datenbanken
Typischerweise erhält man an dieser Stelle den Einwand, dass die ganze Datenerhebung keine Sinn macht und sowieso überflüssig ist. Man könnte meinen, dass dem so ist, stimmt aber nicht. Das Problem ist, dass man, methodisch betrachtet, etwas erreichen möchte, ohne Aufwände in Blindleistung zu investieren. Aus diesem Grunde sollte im ersten Schritt Daten erhoben werden, die Aussagen darüber zulassen, wieviel Anfragen überhaupt kommen und wie diese eingestuft werden können. Anschließend kann man für die Kategorien mit dem höchsten Aufkommen überlegen, wie diese behandelt werden können.
Und da ich jetzt keine Lust mehr habe, weiter zu schreiben, kommt morgen oder so der Rest zum Thema Analysieren und Verbessern.
Kommentare zum Bereich Definieren und Messen sind herzlich willkommen, gerade auch um andere Sichtweisen einzuarbeiten…